So., 27. Febr.
20.00 Uhr
Eintritt: 15,- / erm. 10,- Euro

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SHEKIB MOSADEQ mit Inés Fabig und Band

Die Balladen und Lieder des afghanischen Sängers und Songwriters Shekib Mosadeq handeln von Liebe und Hoffnung, mörderischem Krieg und Terror, Trauer und Zorn – man kann sich ihrer Intensität nicht entziehen, sie gehen unter die Haut. Die Texte mit ihrer auch zärtlichen, aber meist harten und schmerzlichen Wahrheit, singt der Sänger auf Farsi. In die Musik wird die deutsche Übersetzung künstlerisch eingebunden und von der Schauspielerin und Sprecherin Inès Fabig rezitiert.

Die Poems von Shekib Mosadeq handeln nicht nur vom bereits seit fast vierzig Jahren andauerndem Krieg. Sie beschreiben auch Leidenschaft und Liebe unter schwersten Bedingungen, die vielfältigen Kulturen und die Gefühle und Hoffnungen der Menschen in Afghanistan. Und nicht zuletzt auch die lebensbedrohliche Flucht vor dem militärischen Terror. Aber sie rufen auch auf zur Solidarität zwischen den Menschen und geben Mut für einen Kampf gegen Unrecht, Krieg und Unterdrückung.

1982 in Herat in Afghanistan geboren, musste Shekib Mosadeq bereits mit 6 Jahren, da seine Eltern aufgrund des Krieges arbeitslos wurden, seine Familie versorgen. Das Arbeiten unter schlimmsten Bedingungen auf der Straße hat aus ihm einen Menschen gemacht, der selbst während des Taliban-Regimes sein Musiktalent heimlich weiterentwickelte. Nach Ende der Taliban-Herrschaft schrieb er ein Drehbuch und verwirklichte den Film „Sarnewesht“ („Schicksal), für den er auch die Musik komponierte und die Hauptrolle spielte.

So begann sein Künstlerleben. Er schloss mehrere Musikverträge mit verschiedenen Fernsehsendern und begeisterte die Menschen, da er eine neue moderne Musik machte, die jedoch Herkunft und Traditionelles nicht verleugnete. Shekib Mosadeq entwickelte sich so zu einem der jüngsten und beliebtesten Künstlern Afghanistans. Er veröffentlichte zahlreiche Alben.

Stets verband er seine Popularität mit caritativem Engagement und sammelte Geld für Hilfebedürftige.

Auch textlich war seine Musik sozialkritisch und wurde ab 2006 immer radikaler und kritisierte deutlich das Regierungssystem. Dies brachte ihn in so ernsthafte Schwierigkeiten, dass er 2010 zusammen mit seiner Familie Afghanistan verlassen musste und seit 2011 in Deutschland lebt.

Der Neuanfang in Deutschland war nicht leicht und von Heimweh durchdrungen. Dennoch blieb Shekib Mosadeq nicht still und veranstaltete auch hier Konzerte, sowie Aktionen und Demonstrationen gegen Krieg und Ungerechtigkeiten. So wurde er auch hierzulande innerhalb der Farsi sprechenden Community bald bekannt. Mehrfach kehrte er unter großer Gefahr nach Afghanistan zurück, um seine Musik und sein Engagement im TV-Sender Tolo zu zeigen. 2020 saß er in der Jury des Afghan-Superstar.

Seit 2018 arbeitet Shekib Mosadeq mit der Sprecherin Inés Fabig zusammen. Die 1975 in Hamburg geborene Schauspielerin und diplomierte Synchronsprecherin arbeitet in verschiedenen musikalischen Projekten als Live-Sprecherin und bei Aufnahmen. Sie ist Dozentin für Rhetorik, freies Sprechen und Stimmbildung, hält außerdem Lesungen, vertont Übersetzungen und spricht Voice-Over. Ihr Repertoire beinhaltet außerdem Produktionen für Film, Tv, Internet, Theater, Hörspiel und Synchron.

Durch die Übersetzungen findet sich nun auch die Möglichkeit, dem deutschen Publikum die Texte nahe zu bringen und eine Brücke zwischen den Kulturen zu schlagen.