Mo., 17. Juni
20.00 Uhr
Eintritt:
15,00 Euro,
ermäßigt 10,00 Euro
Freie Platzwahl!


 

 

IM VORHOF DER GESCHICHTE“
CELEBRATING MARX
Ein Film von MIKKO LINNEMANN

Hamburgpremiere!!

Mit Beiträgen u. a. Von Felix Bartels, Michael Hüther, Reinhard Kardinal Marx, Lars Rensmann

(Gegenfeuer Produktion)

Warum bedarf es einer weiteren medialen Beschäftigung mit Karl Marx? Auch 200 Jahre nach Karl Marx Geburt wird um die Deutungsmacht seines Werkes gestritten. Der Kampf gegen die Ideen von Marx findet dabei hauptsächlich in Form ihrer Aneignung statt. Sehr unterschiedliche Akteure und Strömungen unternehmen jeweils den Versuch, die historische Person und das Werk Marxens für sich zu vereinnahmen. Hierunter fallen konservative Kreise mit ihrem Versuch, Marx im Sinne einer nationalen Sinnstiftung als „Deutschen Philosophen“ umzudeuten und ihn gleichzeitig jedes emanzipatorischen Anspruches zu entkleiden. Zudem beanspruchen verschiedene politische Akteure das Erbe von Marx: Die Sozialdemokratie stellt Marx neben Willy Brandt ins Museum. Das ökologisch-linksliberale Milieu reduziert Marx zum Ratgeber für soziale Rechte und blendet dessen Macht- und Herrschaftsanalyse aus. Die Führung der Volksrepublik China sieht keinen Widerspruch zwischen ihrem autoritären Staatskapitalismus und Marxens Diktum vom Verein freier Menschen“. Und nicht zuletzt bastelt sich eine linke Orthodoxie aus dem Marx’schen Werk eine dogmatische Weltanschauung.

Kann es überhaupt gelingen, das Projekt Marxens weiter zu entwickeln, ohne in religiöse Schriftauslegung zu verfallen oder ihn historisierend in die Bedeutungslosigkeit zu führen? Eine Beschäftigung mit Karl Marx und eine entschiedene Bezugnahme auf die emanzipatorische Stoßrichtung seines Denkens bedeutet, sein Werk nicht den tauben Verächtern und blinden Verehrern zu überlassen. Es geht um ein Denken, das keinen Halt kennt vor den Irrtümern und Schwachstellen der

Marx’schen Theorie und darüber hinaus das Verständnis um Gesellschaft und deren Strukturbedingungen weiterentwickelt. Jede Auseinandersetzung mit Karl Marx muss sich zudem daran beurteilen lassen, wie sie mit dem bislang nicht eingelösten Imperativ umgeht, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“. Warum nicht heute damit beginnen?

Der Essayfilm „Im Vorhof der Geschichte - Celebrating Marx“ exemplifiziert die unterschiedlichsten Facetten einer Marx-Aneignung im Jubiläumsjahr 2018 und fragt nicht zuletzt nach der Relevanz und Bedeutung seines Schaffens.

Mikko Linnemann * 1973, ist Filmwissenschaftler, Autor und Filmemacher und produziert und inszeniert seit 2009 essayistische Dokumentarfilme. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Filmografie (Auswahl)

2009 DER FLÜCHTIGE MENSCH, 2011 KEIN FRIEDE DEN FREVLERN, 2013 DIE ERDE VON TREBLINKA, 2013 GOTT IS'N MEENZER, 2016 TRIUMPH DES GUTEN WILLENS (wurd ebenfalls im Polittbüro aufgeführt), 2019 IM VORHOF DER GESCHICHTE