Di., 20. März
20.00 Uhr
Eintritt:
15,- / erm. 10,- Euro
Freie Platzwahl!

 

 

BREMER SHAKESPEARE COMPANY:

"Staatsschutz, Treuepflicht, Berufsverbote - (K)ein vergessenes Kapitel der westdeutschen Geschichte" – szenische Lesung aus der Reihe

Aus den Akten auf die Bühne“ in Zusammenarbeit mit der Uni Bremen

Auf der Bühne:

Peter Lüchinger, Erik Roßbander, Elias Simon, Erika Spalke und Kathrin Steinweg

Oktober 1969: „Mehr Demokratie wagen“, lautete das Motto der Regierungserklärung von Willy Brandt, dem ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Januar 1972: Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzler Brandt unterzeichneten den sogenannten Radikalenerlass. „Verfassungsfeinde“ sollten aus dem öffentlichen Dienst – Verwaltung, Polizei, Schulen und Hochschulen – entfernt bzw. gar nicht erst eingestellt werden. Vor allem CDU/CSU setzten die sozialliberale Koalition unter Druck und warnten vor dem „Marsch durch die Institutionen“ (Rudi Dutschke), vor der „Unterwanderung durch Extremisten“.

Der Staat griff auf Erkenntnisse der Verfassungsschutzämter zurück. Bundesweit wurden insgesamt 3,5 Millionen Personen überprüft, 1.250 überwiegend linksorientierte LehrerInnen und HochschullehrerInnen nicht eingestellt und rund 260 Personen aus dem Staatsdienst entlassen.

Bespitzelung und Regelanfragen verunsicherten insbesondere viele junge Menschen. Diese Praxis führte auch zu zahlreichen Protesten aus dem Ausland. In (inter)nationalen Medien war das heute fast vergessene Kapitel westdeutscher Geschichte jahrelang präsent.

Seit 2007 bringen Eva Schöck-Quinteros und ihre Studierenden zusammen mit der Bremer Shakespeare Company historische Akten auf die Bühne und machen so das 20. Jahrhundert lebendig. Dies ist die 3. Veranstaltung aus dieser Reihe, die im Polittbüro stattfindet.

www.sprechende-akten.de