Fr., 19. + Sa., 20. Jan.
20.00 Uhr
Eintritt:
20,- / erm. 15,- Euro
Freie Platzwahl!

 

 

 

DAS JAHRESENDZEITTEAM:
„Kabarettistischer Jahresrückblick 2017“ - 20 Jahre Jahresrückblick
Geschichten, Songs und Parodien von und mit: BOV BJERG, HORST EVERS, MANFRED MAURENBRECHER, moderiert von CHRISTOPH ("Angela") JUNGMANN und HANNES HEESCH

Berlin in den 90ern. Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sind wüst und leer, die Theater haben geschlossen, Berlinerinnen und Touristen drehen apathisch Däumchen. Nur der Schneeregen, der auf die graue Spree nieselt, bietet ein wenig Abwechslung.
Doch da! Stellen sich ein paar junge Autoren, Schauspieler und ein Liedermacher auf eine Bühne und erinnern an das vergangene Jahr. "Das Jahr der Di und des Deiches", so heißt 1997 der erste Kabarettistische Jahresrückblick im Mehringhoftheater. Fünf Vorstellungen, eine Handvoll Zuschauer. Berlin, 2017. Aus fünf Vorstellungen sind 50 geworden, aus der Handvoll Zuschauer etliche Tausend und die blutjungen Männer nicht mehr ganz so jung, dafür aber erfreulich gereift. Neben dem Mehringhoftheater geht es nun schon seit 2015 zu zusätzlichen Spieltagen ins Theater am Kurfürstendamm, wo nun in der Abriss-Saison des Theaters die letzte Spielzeit angebrochen ist. Und auch in diesem Jahr ist wieder einiges passiert in Berlin und der Welt: Das Team des Jahresrückblicks nimmt sich in gewohnter Manier lokale, bundesdeutsche und internationale Geschehnisse zur Brust. Trumps erste Amtszeit wird natürlich ebenso zum Thema wie die Bundestagswahl und die mit ihr einhergehenden Auf- und Abstiege der Parteien. Der schlechteste Berliner Sommer seit, gefühlt, 1971, die im Schnelldurchgang durchgeboxte Ehe für alle, die Besetzung der Volksbühne oder die größten Charthits des Jahres – ob politisches Parkett oder individuelle Erlebnisse, dieser Jahresrückblick bringt alle Themen zusammen. Jahresrückblick ganz persönlich „Ja, so war’s!“ Ohne Anspruch auf Vollständigkeit filtert das Programm, was im jeweiligen Jahr neu und bemerkenswert war oder plötzlich ein Schuh wurde. Neben den großen nationalen und internationalen Ereignissen der letzten zwei Jahrzehnte (z.B. Eurokrise, 9/11, Agenda 2010 unter Rot-Grün, Flüchtlingspolitik, Atomwende, BER) und der Ehrung verstorbener Persönlichkeiten finden alljährlich immer auch kleinere und kleine Themen ihren Platz im Programm: von den überlasteten Berliner Bürgerämtern oder dem verkaufsfreien Sonntag über das Verschwinden des Sonntagsbratens bis hin zur Pokémon-Welle sowie Hausmusik- und Chortrends. Auf der Bühne geschildert natürlich immer aus der Perspektive des ganz persönlichen Erlebens.

Christoph Jungmann als Angela Merkel
Als roter Faden zieht sich die Moderation von Angela Merkel – inszeniert von Schauspieler, Impro-Darsteller und Kabarettist Christoph Jungmann – durch. 20 Jahre lang hat er ihren Werdegang von der Umweltministerin bis zur Bundeskanzlerin auf etwas anderem Wege begleitet. Dass „Angie“ über nunmehr zwei Jahrzehnte als Bühnenfigur an ihm wachsen würde, hätten wohl weder die heutige Kanzlerin noch Jungmann 1997 für möglich gehalten. Man hat von ihren Fahrten in der Regionalbahn aus dem heimischen Templin ebenso gehört wie von ihren wahren Verhältnissen zu den sogenannten „Großen“ der Welt.
Christoph Jungmann (Angela Merkel) ist Schauspieler. Er spielt Improvisationstheater bei den Gorillas und leitet das internationale Berliner IMPRO-Festival. Er spielte und sang im Theater am Kurfürstendamm ("Männer"). In einer früheren Welt gründete er das West-Berliner Szene-Kabarett Zwei Drittel.
www.cjungmann.de.

Hannes Heesch parodiert sie alle
Zahlreiche Köpfe der aktuellen Polit-Garde, die er großartig parodiert, hat Hannes Heesch in seinem Repertoire, ob Donald Trump, Joachim Gauck, Ursula von der Leyen, Horst Seehofer oder Wolfgang Schäuble. Und die Sozialdemokraten – Namen wie Scharping, Schröder, Münte, Schily, Struck, Beck, Schwan und Steinbrück, kennt sie noch jemand? – gaben sich bei ihm und im Rückblick im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte im rasanten Wechsel und bestürzend-abstürzenden Sinkflug von 40 auf 20% die Klinke in die Hand.
Hannes Heesch ist Politikwissenschaftler und Parodist. Manchmal auch im Fernsehen bei extra 3 und der NDR-Intensiv-Station zu sehen. Zudem macht er politische Bildungsarbeit für das Goethe-Institut. Sein Buch "Orte erinnern – Spuren des NS-Terrors in Berlin" erschien 2015 in einer erweiterten und aktualisierten Neuauflage.

Manfred Maurenbrecher, Musiker und „Lichtenberger“
Musiker und Liedermacher Manfred Maurenbrecher erfand für den Jahresrückblick den „Lichtenberger“, eine zu erstaunlicher Dialektik fähige Figur: leicht verschrobener Altlinker, der sich regional, national und schließlich ganz im Sinne der sozialistischen Internationalen auf Reisen durch Berlin und die Welt begibt. Er lebt mit seiner Enkelin in einer Zweiraumwohnung und durchläuft dabei überraschende und komische politische Entwicklungen und Wandlungen.
Zudem legt Maurerbrecher mit seinen Chansons, Balladen und Songs musikalische Erzählungen und Geschichten vor. 2016 hat er zum dritten Mal den Liederpreis der Liederbestenliste bekommen. Im Herbst 2017 erschien seine aktuelle CD "flüchtig". www.maurenbrecher.com.

Bov Bjerg alias Dr. Bjerg
Der Kabarettist und Autor Bov Bjerg glänzte u.a. durch seine Tagebuchnotizen zum Jahresgeschehen und in seiner Paraderolle als Pilot Dr. Bjerg. Der Pilot trat als Experte eines Masterplans zur Eröffnung des BER auf, außerdem erläuterte auf bitterböse Weise, wie man unbemannte Drohnen in Krisengebiete lenkt und die Kollateralschäden in der Zivilbevölkerung mit leisem Bedauern für nötig erklärt. Als Yanis Varoufakis bot er 2015 (zumindest auf der Rückblicksbühne) Wolfgang Schäuble Paroli.
Bov Bjerg veröffentlichte zuletzt zwei Romane, "Deadline" und das viel besprochene, hochgelobte "Auerhaus“, sowie einen Geschichtenband: "Die Modernisierung meiner Mutter".
www.bjerg.de.

Horst Evers: Ausblicke von visionärer Kraft
Horst Evers Geschichten und Kommentaren, seine Gabe, hochkompIexe politische Ereignisse wie etwa die Eurokrise verbal zu deuten, satirisch auf den Punkt zu bringen und seinen Pointen von Satz zu Satz neues Feuer zu geben, sind zentraler Bestandteil des Rückblicks. Daneben wagt er in seinen ebenso absurden wie erstrebenswerten „Zukunftsfragmenten“ im Jahresrückblick auch Ausblicke von visionärer Kraft. Auch seine Rollen als Simultan-Übersetzer, als Xavier Naidoo oder als Bischof Tebartz-van Elst haben Rückblicks-Geschichte geschrieben.
Horst Evers liest beim Frühschoppen und solo. Er hat alle möglichen Kabarettpreise gewonnen, zuletzt den Deutschen Kleinkunstpreis. Sein aktueller Geschichtenband "Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex" erschien im Januar 2017.
www.horst-evers.de.