Mo., 30. Jan.
20.00 Uhr
Eintritt: Eintritt: 15,-/erm.10,- Euro
Freie Platzwahl!


 

HANNES HEER:

„Die andere Geschichte der Bundesrepublik.

Die großen Geschichtsskandale als Aufklärung und Aneignung der deutschen Schuld“

 

Der Griff Nazideutschlands zur Weltmacht endete mit der totalen Niederlage und der Bilanz von 40 Millionen unschuldig Getöteter. Diese Schuld wurde von den Deutschen nie akzeptiert, sondern einer Bande von Kriminellen zugewiesen –„Hitler war’s“. In der BRD hat sich diese Wahrheit nur in Form ununterbrochener Tabubrüche durchgesetzt. Sechs Fälle aus dieser 60 jährigen Skandalgeschichte werden in der Vortragsreihe porträtiert.

6. Vortrag: Die zweite Lebenslüge der Bundesrepublik „Wir sind ein normales Volk.“  Martin Walsers Rede in der Frankfurter Paulskirche (1998)

Die Debatte um Martin Walsers Frankfurter Friedenspreisrede 1998 entzündete sich an dessen Angriff auf die öffentlichen wie privaten Versuche, die Täter zu überführen und der Opfer zu gedenken. In der Auseinandersetzung mit Ignatz Bubis, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, der gegen Walsers Lob des „Wegsehens“ und „Verdrängens“ protestiert hatte, präsentierte sich der ehemals „linke“ Dichter jetzt stolz als Sprecher der „schweigenden Mehrheit“ und Vertreter eines neuen, raffiniert getarnten Antisemitismus. Der Kern seiner Rede, artistisch versteckt, war die Drohung „Wir sind (wieder) ein normales Volk“, weil das Leiden unter den deutschen Verbrechen und die demütigende  „Resozialisierung“ der Deutschen als Verbrecher ein Ende haben muss. Martin Walsers Rede und seine folgenden Wortmeldungen in der Debatte bestätigten die Prophezeiung des israelischen Psychoanalytikers Zvi Rex: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen“.  

In Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung

Unterstützt von der DPG (Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft)

(Die Veranstaltung war für den 21.11. 2016 geplant und wurde aus Krankheitsgründen auf den 30.1.2017 verschoben)

www.polittbuero.de/2016/03/21_03info.html